Die „gute alte Zeit“

Es passiert mir immer wieder, dass ich an die „gute alte Zeit“ zurückdenke. ich denke dann an die ganzen aufregenden Jahre meiner Jugend, wie ich vor Haschischplatten gesessen bin, wie wir mehrere Stunden mit der ganzen Clique weit weg auf irgendwelche Goa-Partys im Wald gefahren sind und dort im Rausch getanzt haben und völlig sorglos das Leben gefeiert haben. Diese Zeit ist bei mir nun auch schon wieder knapp 10 Jahre her, ich bin 29 und mein Leben ist sehr ruhig geworden.
Was aber nicht heisst, dass ich die heutige Zeit nicht schön finden würde. Es ist heute eben anders, die Jahre wo man über die Stränge geschlagen hat, sind vorbei. Wenn ich an die ganzen Erlebnisse zurückdenke, werde ich emotional und melancholisch. Jedoch ist für mich die Melancholie eines der schönsten Dinge, die ich kenne..
Man könnte nun natürlich sagen, dass früher alles besser war, viele Menschen denken ja so und sind unzufrieden.
Ich jedoch sehe das anders. Ich habe früher natürlich viel mehr erlebt als jetzt, aber ich bin gar nicht traurig darüber, dass es hier nicht mehr so wild zugeht wie vor 10 Jahren. Ich freue mich viel eher, dass ich die Ehre hatte, so emotionale und seelisch beeindruckende Dinge erlebt haben zu dürfen. Es wird wohl bei niemand so sein, dass alle Lebensabschnitte gleich aufregend sind.
Und so freue ich mich einfach jedes mal, wenn ich an die ganzen Partys, Drogensessions, den Glücksgefühlen auf Ecstasy oder den psychedelischen Reisen auf Pilzen zurückdenke..
Irgendwann muss man eben auch mal einen neuen Abschnitt beginnen, denn wäre immer alles gleich, könnte man ja niemals melancholisch zurückblicken auf das frühere Lebensgefühl und das Erinnern an die gute alte Zeit hat ja auch etwas wertvolles, denn so kann man auch wenn man alt wird, immer an das emotionale Leben denken..
Also ich habe in meinem Kopf unzählige und beeindruckende Bilder und Erinnerungen, die ich immer abrufen kann, wenn es mir mal nicht so gut geht und dann weiß ich, dass mir niemand vorwerfen kann, ich hätte in meinem Leben nichts erlebt.
Natürlich nicht nur gute, aber ein bisschen Weltschmerz muss ja auch dabei sein, sonst wärs ja auch irgendwie langweilig und Emotionen beschreiben ja nicht immer nur ausschließlich positive Gefühle!
Lg Crystalix

In das Universum denken (das große Ganze verstehen)

„Das Universum folgt keinem festen Plan. Sobald Sie eine Entscheidung treffen, arbeitet es damit. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, nur eine Vielzahl von Möglichkeiten, die sich mit jedem Gedanken, jedem Gefühl und jeder Tat verändern.“
Jennifer Oldstone-Moore

Das große Ganze Verstehen..
Als 18 Jähriger habe ich nach meinem ersten Pilz-Trip damit begonnen, mir Gedanken über das Universum und das ganze Leben zu machen. Ziel war es damals, das große Ganze. also das ganze Universum zu verstehen und dem Leben auf den Grund zu gehen.
Damals war ich noch der Meinung, dass die Pilze mich da extrem weit rein bringen können, was ja auch stimmt. Also hab ich mehrere Monate jedes Wochenende getrippt und versucht, mich da immer weiter reinzudenken.
Irgendwann merkte ich jedoch, dass ich da niemals ans Ziel kommen werde. Man bekommt zwar mit jedem Trip neue Erkenntnisse und versteht vieles besser, aber mit jeder neuen Erkenntnis tauchen umso mehr neue Fragen auf. So driftet man von Woche zu Woche immer weiter da rein und das normale Leben verliert an Bedeutung. Man jagt immer nach neuen Erkenntnissen und alles andere rückt in den Hintergrund. Das geht dann schon auch in eine psychotische Richtung.
Irgendwann hab ich gemerkt, dass ich da nicht weiterkomme, da der Mensch einfach nicht alles verstehen kann, was es in dem Universum gibt, dazu ist man als Mensch limitiert in der Denkweise. Später während meiner psychotischen Phase hab ich wieder tief da rein blicken können und ehrlich gesagt möchte ich die Erfahrungen auch nicht missen. Irgendwann merkt man aber einfach dass es keinen Weg gibt, alles zu verstehen, egal wie viele Pilze und Lsd man sich gibt. Man kommt weiter rein, aber irgendwo ist die Grenze erreicht und an dieser Grenze war ich.
Dieses Wissen kann man keinem anderen Menschen vermitteln, man muss den Weg selbst gegangen sein..
Den jungen Leuten rate ich nicht generell von Erfahrungen mit Psychedelika ab, jedoch sollte es im Limit bleiben.. alles zu verstehen, das schafft niemand und der Weg, der immer weiter da rein führt ist unbequem und fordert seinen Preis..
Lg Crystalix

Alles kommt aus dem Urknall?

Alles kommt aus dem Urknall?
Vorher kam mir ein Gedanke, den ich teilen möchte. Ich hab ein Buch gelesen und fragte mich, wo dieses Buch eigentlich herkommt. Klar, es kommt aus einer Fabrik, aber man kann es ja noch weiter zurückverfolgen. Das Buch besteht unter anderem aus Papier, welches aus Holz hergestellt wird und dieses Holz wurde im Regenwald abgeholzt. Die Bäume aus dem das Holz gewonnen wurde, sind hunderte Jahre alt und stammen von anderen Bäumen ab. So kann man es weiter denken, bis man schlussendlich ganz zum Anfang des Planeten Erde kommt.
Das Mineralwasser was ich gerade trinke, kommt aus einer Fabrik, die das Wasser in Flaschen abgefüllt hat. Die Fabrik hat das Wasser aus einer Quelle von tief unter der Erde abgefüllt, wo Millionen von Litern an Wasser liegen. Das Wasser war vielleicht mal in einem See und wenn man das auch immer weiter zurückverfolgt, kommt man wieder zurück bis zum Urknall.
Der Pc auf dem ich gerade schreibe, besteht unter anderem aus Metall und Plastik. Das Metall hat der Hersteller aus einem Bergwerk gekauft, wo man es mühsam zu Tage befördert hat. Zuvor lag es dort aber wieder Millionen Jahre, es entstand auch wieder aus anderen Stoffen aus irgendwelchen chemischen Reaktionen und geht alles weder zurück bis zur Entstehung der Erde. Und aus was bestehen wir Menschen? Zu einem Großteil eben aus Wasser und auch unser Körper in seinen einzelnen Bestandteilen, hat seinen Ursprung im Urknall und wurde durch ewig lange Zeit geformt zu Menschen, wie wir sie heute sind..
Ist ja eigentlich klar, dass alles was wir hier auf der Erdoberfläche sehen irgendwo seinen Ursprung haben muss. Aber wir können alles nur bis an die Entstehung der Erde verfolgen, was vorher war, weiß wohl niemand…
dabei ist für mich klar, dass auch der Urknall eine Vorgeschichte hatte und selbst in anderen Dingen seinen Ursprung hat. Einen wirklichen Anfang gibt es wohl nicht und auch kein Ende, aber ab da endet das menschliche Vorstellungsvermögen!
Wir sind also alle Teil der Erde, gemeinsam mit den Tieren und der ganzen Natur die uns umgibt.
Dieser Zusammenhang fehlt wohl vielen Menschen, wir sind das Universum!
Crystalix

Wenn Wege sich trennen (01.05.2014)

Ein Thema was mich seit langer Zeit beschäftigt ist, wie sich die Wege im Laufe der Zeit trennen.
Viele Menschen haben während des Erwachsenwerdens eine Clique, was mit zu den größten Geschenken gehört, die man haben kann.
Mein Text bezieht sich nun eher auf die Menschen, die in ihrer Jugend und danach mit Drogen zutun haben, ich denke aber dass sich vieles auch auf andere Cliquen beziehen lässt.
Während der Schulzeit gibt es viele junge Menschen, die einfach keinen Bock auf Schule, lernen und dieses langweilig anmutende Leben haben. Die meisten Konsumenten fangen in ihrer Jugend an zu konsumieren, mit 16 oder 17 Jahren…
Man wird von irgendjemandem eingeladen auf einen Joint, und nach ein paar mal rauchen merkt man eben, dass man da einen qualitativ viel hochwertigeren Rausch hat, als wenn man sich am Wochenende betrinkt und am nächsten Tag fast stirbt vor Kopfschmerzen.
Oft folgen dann nach diesem Einstieg weitere Erlebnisse und so finden sich diese Leute in einer Clique zusammen, die abenteuerlustig sind und nicht den 08/15 Weg mit Abi, Ausbildung oder Studium, am Wochenende saufen und irgendwann Kinder bekommen. Wobei dieser Weg für viele sicher die beste Lösung ist, ich will da gar nichts dagegen sagen, aber manche wollen einfach mehr Spannung und Aufregung im Leben haben.
Drogen nehmen verbindet Menschen sehr miteinander, man teilt mit der Clique unglaublich tiefe emotionale Erlebnisse, Nächte in denen man sich auf Speed 8 Stunden lang zutextet, Partys auf denen man sich auf Mdma die ewige Freundschaft schwört und tiefe Pilz oder Lsd Erlebnisse währenddessen man sich gegenseitig der Welt erklärt.
Das ganze Leben als Abenteuerreise, Partys, kiffen in der Natur, Goafestivals und unzählige emotional verbindente Erfahrungen, so lief es auch bei uns ab.
Die Clique als Anker in den Welten der psychedelischen Ausnahmeerlbnisse, es gibt wohl nichts was mehr zusammenschweißt. Man denkt dann als junger Mensch immer , dass alles ewig so weiter geht und man den Rest des Lebens so verbringen wird. Doch da hat man sich meist geirrt, denn das Leben wird sich verändern und auch in einer Drogenclique werden die Menschen älter und so zerschlägt es die Freunde in die unterschiedlichsten Richtungen.
Der Klassiker ist der, dass der ein oder andere eine Freundin kennenlernt und dann mehr mit dieser rumhängt… Dies ist jedoch noch die harmloseste Variante…
Ich versuche mal ein Beispiel zu geben anhand meiner Clique…
Nach mehreren Jahren in denen wir alle zusammen konsumiert hatten, wurde alles irgendwann anders. Es begann damit, dass ich als 20 Jähriger, begründet durch ca 50 Pilztrips, viel Mdma und unzähligen Durchfeierten Nächten, sowie mehreren Jahren dauerkiffen, irgendwann nicht mehr klar kam.
Ich schmiss meine Ausbildung und beschloss, aus dem Drogenleben auszusteigen und wie ich schon unzählige male erzählt habe, wollte ich einen Trip zum Abschied nehmen, auf dem ich dann schlussendlich hängengeblieben bin.
Während meiner Therapie, die ich weit weg von Zuhause begann, versuchten auch einige andere von uns auszusteigen, was jedoch sehr leicht dahergesagt ist und nur extrem schwer umzusetzen ist..
Nachdem sich dann bei mir rausstellte, dass ich wohl so schnell nicht mehr von dem Trip runterkommen werde, war ich extrem depressiv mit starken Suizidgedanken, auf einem Besuch in der Heimat konnte ich mit meinen Freunden kaum ein Wort sprechen, weil es mir so schlecht ging.
Von da an veränderte sich alles, einer verlor den Führerschein durch Thc und trennte sich komplett von unserer Clique, um endgültig das Kiffen aufzuhören. Einige Zeit später erlitt ein Kumpel von uns eine weitere Psychose durch Amphetamin, er hatte damals schon 7 Jahre täglich Speed gezogen. Kurz darauf starb einer an einem Verkehrsunfall, jedoch ohne Drogen im Blut…
Einer wurde Vater und so nahm diese ganze Entwicklung seinen Lauf, jedoch es zerschlug sich bei weitem nicht die ganze Clique. Nach einigen Monaten kam ich wieder halbwegs klar und konnte die Zeit mit meinen Kumpels wieder genießen…
Der harte Kern blieb bestehen, auch wenn in den Jahren darauf die Zeit natürlich nicht still stand. Heute sind wir alle knapp 30 Jahre alt und mehrere Leute sind Eltern geworden, zwei sind weit weg nach Berlin gezogen, ich nach Stuttgart, man sieht sich nicht mehr so oft aber trotzdem machen wir noch gerne einen drauf und wie gesagt, der harte Kern blieb bestehen, auch wenn die Zeit unsere Wege teilweise getrennt hat.
Im Moment geht es allen ganz gut, es wird immer noch konsumiert, jedoch haben eigentlich alle ihren Konsum ganz gut im Griff und man sieht alle zusammen nur noch ein paar mal im Jahr.
Die jugendliche Leichtigkeit von damals ist verflogen, aber das ist wohl normal, die Sorglosigkeit besteht nicht mehr so wie vor 10 Jahren…
Dies war an meinem Beispiel erklärt, wie die Wege sich im Laufe der Zeit trennen und doch verliert man sich nicht aus den Augen.
Ich kann jedem Jugendlichen nur empfehlen, die Zeit zu genießen und man sollte sich bewusst machen, dass man nicht ewig 20 bleibt, genauso wie ich mir bewusst machen muss, dass man nicht ewig 30 bleibt 🙂
So ist es nun mal, das Leben bedeutet Veränderung und ich bin irgendwie froh darüber, ein so intensives Leben mit meinen Kumpels gehabt zu haben und kann mich an hunderte von Momenten erinnern, die in mir tiefe Melancholie hervorrufen…
Einfach weil viel Erlebtes so beeindruckend war und mich mit meinen Freunden zusammengeschweißt hat…
Irgendwann in 200 Jahren sind wir alle tot, diejenigen die heute 20 sind genauso wie die, die heute 40 sind. Alle wieder verschwunden, niemand wird sich an euch erinnern können, nichtmal eure eigenen Nachfahren wissen wer ihr wart oder wie ihr gelebt habt…
Daher alles nicht so ernst nehmen, das Leben so gut es geht genießen, mit Freunden einen drauf machen und abenteuerlustig leben!
lg Crystalix