Zwischen Glücksgefühl und Horrortrip (Tripbericht)

Es war im Dezember 2004, Ich war 20 Jahre alt und auf dem Höhepunkt meiner Drogenkarriere, abenteuerlustig wie nie zuvor. Einige Tage vor Silvester bin ich nach Kehl gefahren, um für mich und meine Kumpels Kokain zu besorgen, wie jedes Jahr. Es lief ab wie gewohnt, man hatte das Koks in der Hand, es waren aber noch drei Tage hin bis zum Jahreswechsel. Man könnte ja eine kleine Nase testen, nur um zu sehen ob es gut ist. Eine Stunde später ist man der Meinung, dass ein halbes Gramm ja doch wohl reichen wird für Silvester und daher könne man ja nun noch ne kleine Session machen.

12 Stunden später war das Koks weg.

Ich war zu diesem Zeitpunkt abhängig von Thc, hab so gut wie jedes Wochenende gefeiert, mit allem was mir Spaß gemacht hat. Wir wollten mal wieder in die Schweiz fahren, mit der ganzen Clique, waren uns jedoch noch nicht einig auf welche Party. Am 31.12 war ich bei einem Kumpel den ich damals kennen gelernt hatte, es war ca 14 Uhr als ich begann, Amphetamine und Kokain zu konsumieren. Er packte noch irgendwelche Paste aus und so war ich total drauf schon zur Mittagszeit. Er wollt auch in die Schweiz auf eine Party, und so entschieden wir uns für die Timegate Party, in der französischen Schweiz. Eine Goa Party, wo Sesto Sento aufgelegt haben.

Die Freundin des Kumpels fuhr mit dem Auto, und noch ein Auto, wo ein Teil unserer Gruppe anwesend war. Voller Vorfreude trafen wir uns in einer Wohnung, konsumierten fleißig weiter, und wie immer kam zwischen uns eine ganz besondere Abenteuer Stimmung auf. Alle freuten sich auf dieses gemeinsame Erlebnis, freuten sich auf gute Drogen. Um 22 Uhr fuhren wir los, wie immer beschlossen wir, dass niemand irgendwas an Drogen mitnimmt.

Mit einem euphorischen Gefühl stiegen wir in die Autos, tauschten noch paar CD´s mit Goa Musik aus, und los gings. Nach 1 Stunde passierten wir die Schweizer Grenze und hielten kurz an auf einem Parkplatz. Wie immer hatte sich keiner an die Abmachung gehalten, und einer nach dem anderen zog ein Beutelchen raus und so wurden Nasen gelegt und Pillen geteilt. Den Jahreswechsel feierten wir also irgendwo in der Schweiz auf einem Rastplatz, aus der Ferne sahen und hörten wir das Feuerwerk, wir umarmten uns und fuhren weiter Richtung Party. Wir hatten uns teilweise ziemlich verfahren, mussten oft nach dem Weg fragen, und so kamen wir schließlich um 3 Uhr morgens auf der Party an. Das tat unserer Stimmung aber keinen Abbruch, wir bezahlten 25 € Eintritt und waren erstmal überwältigt von der Kulisse. Eine riesige Tennishalle, von oben bis unten dekoriert. Lasershow, UV- Licht. Unsere Drogenvorräte neigten sich dem Ende zu, so kaufte ich erstmal ein paar Gramm Speed (25€/G)

Ich selbst war jedoch ziemlich an Pillen interessiert, und so machte ich mich auf die Suche und wurde auch schnell fündig. Ich kaufte 10 Smylies (100€), der Typ gab mir fünf Stück mit Augenbrauen und fünf ohne, kp warum. Ich nahm eine halbe Pille ein und schaute mal wieder nach den Kumpels. Die Party war sehr groß und super aufgebaut, jedoch strahlte sie für uns alle auch etwas Unheimliches aus. Es waren heftige Leute unterwegs, es gab absolut alles an Drogen im Überfluss, und ich glaube die meisten waren dort auf Lsd und wirklich fertige Leute. Die Leute haben dort nur Französisch oder Englisch gesprochen, was zusätzlich verschickt hat. Einer aus unserer Gruppe hat sich einen Lsd-Tropfen gekauft; als der Tropfen nicht so recht eingefahren ist hat er den Dealer gefragt ob er noch mal einen Tropfen bekommen könnte. Der Dealer fühlte sich damit in seiner Ehre verletzt und hat ihm so viel Lsd draufgeschüttet, dass es schon von der Hand runtergelaufen ist. Zwei Stunden später war der so arg unterwegs, dass er nicht mehr sprechen konnte, sondern nur noch mit einem seltsamen Gesichtsausdruck da gesessen ist.

Es kam ein Dealer vorbei, der rote Mitsubishis verkaufte und meinte, es seien Hammer Teile.
Hab lange mit dem diskutiert und schließlich 5 Pillen für 75€ Gekauft. Es waren schlechte Teile… Im Chilllout kam plötzlich ein ziemlich gefährlich aussehender, älterer Mann zu uns und sah eben, dass wir Speed ziehen. Und so zeigte er ständig auf die Nase eines Kumpels und redete eine vermutlich selbst erfundene Sprache. Ich bot Ihm direkt eine Zigarette an, um die Situation etwas zu entschärfen. Ich sagte zu Ihm „Acid“ und zeigte auf seinen Kopf. Er nickte. Er versuchte die Zigarette in den Mund zu bekommen, was nicht klappte, da er den Mund wie ein Fischmaul geformt hatte. Irgendwann klappte es dann. Ich lief morgens etwas auf der Party umher und es kamen mir Leute entgegen, die einen Waschlappen im Mund hatte, da sie so drauf waren, um sich die Zähne nicht kaputt zu beissen. Allgemein war das Puplikum sehr grenzwertig. Eigentlich wollten wir ja immer auf die heftigsten Partys gehen, aber das war uns allen dann doch zu viel.

Ich hatte noch 10 Pillen dabei, die ich bei mir trug. Ein Kumpel kannte sich an der Grenze aus und so sind wir über die grüne Grenze gefahren, vorbei an den Kontrollen. Wir waren so froh wieder in sicherer Umgebung zu sein. Der Overdose-Typ war wieder fast unten, die Nachwirkungen hielten jedoch noch über ein Jahr an (Stimmen hören). Ich war nun 30 Stunden heftigst auf Drogen, Dauer-Mischkonsum von Kokain, Mdma, Cannabis, Speed. Wir kifften ziemlich viel, ich rauchte 3 Köpfe Bong, was zuviel war. Ich fuhr eine kurze Strecke von dem Kumpel bis zu mir, mit einer Freundin mit. Als wir einen steilen Berg hoch fuhren, hatte ich kurz totale Blackouts und sowas wie einen epileptischen Anfall. Hände und Füße fingen auf einmal an heftigst hin und her zu schlagen, und ich verlor kurz das Bewusstsein. Das ging aber alles vorbei und irgednwann schlief ich dann ein zuhause.

Um ein Unvergessliches Erlebnis reicher, Der Drang nach Exzess war erstmal gestillt. Ab und an denke ich noch an dieses Ereignis, schon verrückt, was wir damals alles mitgemacht haben… Wenigstens wird uns nie einer vorwerfen können, wir hätten in unserer Jugend nichts erlebt…

Dies war ein einzelner Tripbericht aus meiner langen Drogenkarriere. Eine Zusammenfassung meiner teils heftigen und schockierenden Geschichte habe ich hier verlinkt: Link 
Wer sich für das Thema hängen bleiben und psychedelische Lebensgeschichten interessiert, kann da ja mal reinschauen. Ansonsten schreibe ich hier in diesem Blog sehr viel über mein Leben auf dem Lsd-Trip.
Lg Crystalix

4 Kommentare zu „Zwischen Glücksgefühl und Horrortrip (Tripbericht)“

  1. hey crystalix, vieles aus dem tripbericht kommt mir bekannt vor 😉 ist es korrekt, dass die Erfahrungen dieses trips MDMA („Teile“, XTC, Ecstasy) beschreiben oder weißt Du das gar nicht mehr (ode rhabe iche s überlesen?)?

    Richtig lachen musste ich bei:
    „Einer aus unserer Gruppe hat sich einen Lsd-Tropfen gekauft; als der Tropfen nicht so recht eingefahren ist hat er den Dealer gefragt ob er noch mal einen Tropfen bekommen könnte. Der Dealer fühlte sich damit in seiner Ehre verletzt und hat ihm so viel Lsd draufgeschüttet, dass es schon von der Hand runtergelaufen ist. Zwei Stunden später war der so arg unterwegs, dass er nicht mehr sprechen konnte, sondern nur noch mit einem seltsamen Gesichtsausdruck da gesessen ist.“
    -> Filmreif!!

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    1. hey, ja schon, das war krass. lsd tropfen tropft man sich ja auf ne stelle im handrücken und da hat der dealer ohne ende drauf geschüttet. ich hab an der party speed, kokain, mdma und cannabis genommen. war die zeit kurz vor meinem absturz.. lg

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